Digitalisierung in Gesundheit, Pflege und Prävention

Innovative digitale Technik kann Pflegekräfte und pflegende Angehörige entlasten, Ärztinnen und Ärzte dabei unterstützen, noch präziser zu behandeln und durch Vernetzung von Daten neues Wissen über Zusammenhänge erschließen. Digitalisierung und Zuwendung schließen sich dabei nicht gegenseitig aus – im Gegenteil. Das bayerische Gesundheitsministerium fördert daher eine Vielzahl von Pilotprojekten, damit Bürgerinnen und Bürger künftig noch besser medizinisch und pflegerisch versorgt werden können.

Aktuelles

Abbildung einer Wissenschaftlerin, die die Nutzbarkeit digitaler Möglichkeiten für die Verbesserung der Gesundheit erforscht.

E-Health-Kongress 2025

Abbildung auf der fünf Hände zu sehen sind, die symbolisch für eine gute zur Zusammenarbeit übereinander gelegt sind.

Digitalpakt Pflege 2025

Pflege von morgen: selbstbestimmt, ganzheitlich, generationengerecht, regional verfügbar und digital unterstützt

HighCare Agenda

Zusammen mit Vertreterinnen und Vertretern der Pflegepraxis, der Gesundheits- und Pflegewirtschaft, der Wissenschaft und von Verbänden sowie der pflegenden Angehörigen und Pflegebedürftigen wurde die HighCare Agenda erstellt. Damit werden die Weichen für die Pflege für morgen gestellt – mit Digitalisierung, Künstlicher Intelligenz und Zukunftstechnologien. Mit mehr durchdachter Digitalisierung soll mehr Zeit für persönlichen Kontakt in der Pflege erzielt werden. Für die Maßnahmen der HighCare Agenda nimmt der Freistaat bis 2029 rund 31 Millionen Euro in die Hand. Dieser Einsatz für Digitalisierung in der Pflege ist einzigartig in Europa.
Durch die HighCare Agenda wird es künftig mehr Austausch über beispielsweise Software, Einzelinitiativen oder Fördermöglichkeiten geben. Die teilnehmenden Institutionen werden sich gegenseitig unterstützen, um die Vielzahl an Maßnahmen der HighCare Agenda umzusetzen – getreu dem Motto: „Kräfte bündeln, Wissen sammeln und Kooperationen stärken“.

Abbildung eines "digitalen Herzens" mit Schriftzug HighCare Agenda
Schriftzug des Projekts Pflege 2030
Damit der Einsatz digitaler Technik in Pflegeeinrichtungen gelingt.

Projekt „Pflege 2030“

Wie soll eine Pflegeeinrichtung der Zukunft aussehen? Diese Frage steht im Fokus des vom StMGP geförderten 3-jährigen Projektes „Pflege 2030“.

Für das Modellprojekt „Pflege 2030“ kooperiert die Korian Stiftung für Pflege und würdevolles Altern und die Korian Deutschland GmbH gemeinsam mit der Universität Bremen (Prof. Dr. Heinz Rothgang) und dem Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS.

Angesichts des großen Handlungsbedarfs in der stationären Langzeitpflege dient die Pflegeeinrichtung Haus Curanum in Karlsfeld als Modell für eine quantitativ und qualitativ am Bedarf ausgerichtete Pflege im Echtbetrieb. Die Ausstattung der Einrichtung wird mit digitaler Pflegetechnik erweitert sowie die Personalbemessung erforscht und optimiert.

Ziel ist es, das gesamte Projekt in Bezug auf die Pflegequalität umfassend zu evaluieren und modulare Handreichungen zu erstellen, die andere Einrichtungen als Blaupause für eine entsprechende Umsetzung verwenden können. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 3,57 Millionen Euro. Das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention stellt staatliche Haushaltsmittel in Höhe von knapp 3,1 Millionen Euro zur Verfügung. Der ursprüngliche Bewilligungszeitraum vom 7. Oktober 2022 bis 30. September 2025 wurde kostenneutral um 6 Monate bis 31. März 2026 verlängert.

Damit Medizin individuell zugeschnitten werden kann.

Projekt „DigiMed Bayern“

– Pilotprojekt zur P4 Medizin in Bayern

Die Personalisierte Medizin (auch „P4-Medizin“: prädiktiv, präventiv, personalisiert, partizipatorisch) gilt als eine der weltweit erfolgversprechendsten medizinischen Entwicklungen unter Verwendung digitaler Technologien. Dieser datenbasierte Ansatz lässt einen Quantensprung im Verständnis von Krankheiten und den daraus resultierenden therapeutischen und präventiven Ansätzen erwarten. In den USA, England, Frankreich und China wurden dazu umfangreiche Programme aufgelegt.

Das Pilotprojekt „DigiMed Bayern– Pilotprojekt zur P4 Medizin in Bayern“ ( kurz: „DigiMed Bayern“) ist ein bayerisches Leuchtturmprojekt zur Weiterentwicklung der datenbasierten Medizin. Es wurde am 26. Februar 2019 im Ministerrat vorgestellt. Im Zentrum des Projekts steht die Atherosklerose – die in Bayern und weltweit am häufigsten zum Tode führende Erkrankung.

Von zentraler Bedeutung für das Projekt ist die Verknüpfung von klinischen und epidemiologischen Datensätzen mit individuellen Patientendaten und die Erweiterung durch molekulare Charakterisierung (Omics-Analysen). Zudem soll eine übertragbare, integrierte digitale Infrastruktur geschaffen werden. Die Erkenntnisse aus dem Projekt sollen – so die Erwartung – die Anzahl von schicksalhaften und dramatischen Verläufen als Folge von Herzinfarkten und Schlaganfällen nachhaltig senken.

Das Projekt berücksichtigt auch ethische, rechtliche und soziale Auswirkungen der Arbeitsergebnisse.

Logo DigiMed Bayern

Geplante Laufzeit: Q4/2018 bis Q4/2027 (9 Jahre)

Wissenschaftliche Leitung: Deutsches Herzzentrum München

Projektkoordinator: BioM Biotech Cluster Development GmbH

Projektträger: Bayern Innovativ GmbH

Fördernehmer: Deutsche Herzzentrum München, Technische Universität München, Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München, Ludwig-Maximilians-Universität München, Klinikum der Universität München, Helmholtz Zentrum München, Max-Planck-Institut für Biochemie, Leibniz-Rechenzentrum der Bayerischen Akademie der Wissenschaften

Noch mehr Infos auf einen Blick: Flyer zum Projekt

Hand mit einem Stapel aus Würfel mit medizinischen Symbolen
Logo Care Regio
Damit die Pflege nachhaltig und zukunftsorientiert gestaltet wird.

Projekt „CARE REGIO“

Der Pflegesektor sieht sich einem wachsenden Fachkräftemangel und einer gleichzeitig steigenden Anzahl unterstützungs- und versorgungsbedürftiger Menschen gegenüber gestellt. Die Nutzung digitaler Gesundheitstechnologien wird in diesem Zusammenhang als große Chance verstanden, um einen erheblichen Mehrwert für den Pflegebereich zu schaffen. Gleichzeitig ist digitale Technik auch in der Pflege kein Selbstzweck, sondern soll zu Pflegende und Pflegende bestmöglich unterstützen.

Das Projekt „CARE REGIO“ in der Region Bayerisch-Schwaben ist ein Verbundprojekt, das die Möglichkeiten der digitalen Gesundheitstechnologie nutzen möchte. So sollen Ideen und Technologien entwickelt werden, die Pflegende und zu Pflegende mit neuen technisch-digitalen Prozessen und Systemen unterstützen können. Hauptziel des Projekts ist die Entlastung der Pflegekräfte durch Zeit- und Arbeitsersparnis bei gleichzeitig verbesserter Pflegequalität und damit einhergehend einer Erhöhung der Lebensqualität, sowohl für die Pflegenden als auch diejenigen, die gepflegt werden.

Die Konsortialführerschaft und wissenschaftliche Gesamtleitung hat die Hochschule Kempten inne, Projektträger ist die Bayern Innovativ GmbH. Die vier weiteren Konsortialpartner sind die Hochschule Neu-Ulm, die Universität Augsburg, das Universitätsklinikum Augsburg und die Hochschule Augsburg.

Aufgrund der Komplexität wurde das Gesamtprojekt in zwei Phasen unterteilt: In Phase 1 wurden seit 2019 die bestehenden Versorgungsprozesse und -stationen analysiert und die für Phase 2 relevanten Handlungsfelder konstituiert. Das so erarbeitete Transferkonzept befindet sich seit Ende 2020 in der Umsetzungsphase; die Projektlaufzeit beträgt vier Jahre.

Zentrale Handlungsfelder sind die Digitalisierung des Pflegeüberleitungsberichts mit Anbindung an die Telematikinfrastruktur (TI), der Einsatz von technischen Assistenzsystemen in der Pflege (Assistive Systeme), die Schaffung eines digitalen Wissens-Repository („Pflege-Wiki“), die Etablierung eines für die Pflege angepassten Daten-Pools („Pflege Data Lake“), eine wissenschaftliche Begleitung des Vorhabens, sowie ethischer, sozialer und rechtlicher Vorgaben, sowie die Vernetzung relevanter Akteure und entsprechende Öffentlichkeitsarbeit.

Damit Reha nachhaltig wirkt.

Projekt „Reha-TI-Netzwerk II“

Ausbau der Digitalisierung bayerischer Reha-Einrichtungen durch Vernetzung mit Akut-Krankenhäusern über die Telematikinfrastruktur (Reha-TI-Netzwerk II)

Das Vorhaben „Reha-TI-Netzwerk II“ schließt direkt an das Projekt „Digitales Rehabilitationskonsil mit Anbindung an die Telematikinfrastruktur“ (kurz: Reha-/TI-Konsil) an. Die aus dem Vorgängerprojekt gewonnenen Erkenntnisse werden für die weitere Digitalisierung und Vernetzung der stationären Reha-Einrichtungen genutzt. Ziel ist es, den Prozess von der Antragstellung einer Anschlussheilbehandlung (AHB) im Akutkrankenhaus bis zur Aufnahme des Patienten in der Reha-Einrichtung in einem Pilotprojekt zu digitalisieren. Dadurch soll im stationären Bereich die digitale Vernetzung aller an der Rehabilitation beteiligten Akteure –  Krankenhäuser, Arztpraxen und Reha-Einrichtungen sowie der Kostenträger – optimiert werden. Daten und medizinische Befunde, die bisher per Brief oder Fax ausgetauscht werden, sollen künftig digital und strukturiert innerhalb des Netzes der Telematikinfrastruktur (TI) ausgetauscht werden.

Darüber hinaus wird das Projektkonsortium die im Vorgängerprojekt Reha-/TI-Konsil bereits entwickelte TI-Anwendung Reha-Konsil erweitern: Neben niedergelassenen Ärzten werden pilotweise auch Krankenhäuser digital mit den Reha-Einrichtungen vernetzt, um eine direkte Kommunikation zwischen Krankenhaus und Reha-Einrichtung zu ermöglichen. Zusätzlich sollen für eine erleichterte und zeitnahe Antragsstellung auch die Kostenträger (Krankenkassen und Träger der Deutschen Rentenversicherung) über das Reha-Konsil eingebunden werden.

Das Vorhaben wird im Zeitraum vom 1. Mai 2022 bis 31. Dezember 2024 von der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Regensburg und dem Unternehmen Monks Ärzte-im-Netz GmbH umgesetzt.

Physiotherapeutin hilft Patientin bei Laufübung
Senior schaut gemeinsam mit Jungen auf Tablet
Damit Pflegebedürftige länger zu Hause bleiben können.

Projekt „DeinHaus 4.0“

Intelligente Technik kann im Alltag helfen. Sie kann dazu beitragen, dass pflegebedürftige Menschen länger in ihrem vertrauten häuslichen Umfeld verbleiben können, wenn sie das möchten. Aber auch pflegende Angehörige und professionelle Pflegekräfte sollen damit entlastet werden.

Um aufzuzeigen, wie Pflegebedürftige mittels intelligenter Assistenztechnik möglichst lange zuhause selbstbestimmt leben können, wurde das Projekt „Vorbildliches Pflegewohnumfeld für Pflegebedürftige“ ins Leben gerufen: „DeinHaus 4.0”. Hierzu soll intelligente Technik erlebbar und sichtbar gemacht werden. Dazu wird beispielsweise in Mustereinrichtungen für unterschiedliche Wohnformen vom Haus über die Wohnung bis hin zu Pflegeeinrichtungen nicht nur veranschaulicht, was technisch möglich ist, sondern vor allem auch, ob es einen tatsächlichen Nutzen für die Anwender gibt. Jedes „DeinHaus 4.0“-Projekt setzt dabei eigene Schwerpunkte bei Forschung und Technik.

Pilotprojekte in verschiedenen Regionen:

Das erste „DeinHaus 4.0“ setzt die Technische Hochschule Deggendorf seit Sommer 2018 mit einer Laufzeit bis Ende 2023 um. An mehreren Standorten werden Mustereinrichtungen erlebbar gemacht. Die erste Mustereinrichtung wurde in Osterhofen und in Deggendorf umgesetzt. Auch in Roding im Landkreis Cham wird es eine Mustereinrichtung geben. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde zunächst im BRK Pflegeheim ein kleines „Gaming Center“ vermittelt, das es ermöglicht spielerisch Bewegungen durchzuführen. Sobald es die Situation zulässt, soll das BRK Pflegeheim mit weiteren Sensoren ausgestattet werden.

Link zum Projekt

Das Rosenheimer Forschungsprojekt „DeinHaus 4.0 – Oberbayern Wohnkompetenzzentrum an den Standorten Freilassing und Rosenheim“ hat eine Laufzeit bis Anfang 2024. Es erprobt die Wirksamkeit von technischen Assistenzsystemen und evaluiert die Zufriedenheit der Nutzer. Untersucht wird dabei, wie in Zukunft ein Smart Home aussehen könnte, das den speziellen Bedürfnissen von älteren Menschen, aber auch ihrer Pflege- und Therapiekräfte gerecht wird.

Link zum Projekt

Das Gemeinschaftsprojekt des Landkreises Bad Kissingen und der ZTM GmbH informiert und berät über digitale Wohnassistenzsysteme: Zentral in einer Erlebnis- und Beratungswelt vor Ort in Bad Kissingen, aufsuchend im Rahmen einer Wanderausstellung, die durch ganz Unterfranken unterwegs sein wird, sowie digital unter www.deinhaus4punkt0.de. Das Projekt läuft bis Ende 2024.

Link zum Projekt

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Imagefilm „DeinHaus 4.0“

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Video zum Projekt „DeinHaus 4.0 – Oberbayern“

Damit Lebensverhältnisse von Menschen mit Demenz und deren Angehörigen verbessert werden.

Projekt digiDEM BAYERN

Das Forschungsvorhaben „Digitales Demenzregister Bayern“ (digiDEM BAYERN) hat sich das Ziel gesetzt, die Lebensverhältnisse von Menschen mit Demenz und deren Angehörigen zu verbessern. Ziele sind die Bereitstellung digitaler Angebote für Menschen mit Demenz sowie die Einrichtung eines digitalen Wegweisers Demenz für Betroffene und deren pflegende Angehörige. Zusätzlich zielt digiDEM BAYERN darauf ab, eine digitale Unterstützungs- und Partizipationsplattform für das bürgerschaftliche Engagement in der Betreuung von Menschen mit Demenz aufzubauen. Dazu wird ein flächendeckendes bayerisches Demenzregister mit einer zugehörigen Onlineplattform entwickelt. DigiDEM BAYERN ist als ein digital aufgesetztes, bevölkerungsbasiertes Patientenregister konzipiert und wird von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und dem Universitätsklinikum Erlangen im Verbund mit Medical Valley EMN e.V. durchgeführt.

Auf der Webseite des Projektes können Angebote genutzt werden, die Betroffenen im Alltag helfen und die Lebensqualität verbessern. Da Hörverlust zu Steigerung des Demenzrisikos führen kann, bietet digiDEM BAYERN ein digitales Hörscreening an. Mit Hilfe der „Angehörigenampel“ können pflegende Angehörige darin unterstützt werden das Ausmaß ihrer körperlichen und seelischen Belastung zu realisieren. Sie werden über mögliche gesundheitliche Folgen informiert und auf Beratungs- sowie Unterstützungsangebote aufmerksam gemacht. Außerdem stehen die Webinare „Science Watch LIVE“ und die Artikel aus dem „Science Watch“ – Newsletter auf der Internetseite zur Verfügung.

Das Forschungsprojekt wird in der Zeit vom 01.01.2019 bis 31.12.2023 durchgeführt.

Älteres Paar, dass lächelnd vor einem Laptop sitzt
Damit Brustkrebspatientinnen besser versorgt werden.

Projekt „digiOnko“

– Integratives Konzept zur personalisierten Präzisionsmedizin in Prävention, Früherkennung, Therapie und Rückfallvermeidung am Beispiel von Brustkrebs

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© A. Wünsche

Logo des Projekts digiOnko

Brustkrebs ist die insgesamt häufigste Krebsart in Bayern. Von den Ergebnissen des Projekts „digiOnko – Integratives Konzept zur personalisierten Präzisionsmedizin in Prävention, Früherkennung, Therapie und Rückfallvermeidung am Beispiel von Brustkrebs“ sollen möglichst viele Betroffene und deren Angehörige (Fokus Nordostbayern) profitieren.

Zu den Arbeitspaketen von digiOnko zählen im Wesentlichen die Implementierung der integrierten Versorgung im Rahmen der Früherkennung und des Screenings, die Einrichtung von „Digital Home Healthcare Centern“ (Nutzung von medizinischen Daten, die im häuslichen Umfeld erhoben werden), die Entwicklung von neuen und die Einbindung von bestehenden spezifischen Health Apps, die Auswertung von bestehenden Daten mittels Künstlicher Intelligenz (KI) und der Aufbau einer interoperablen Vernetzungsinfrastruktur für Kliniken, Praxen und Früherkennungseinrichtungen sowie die Entwicklung eines integrierten Patientenportals.

Fördernehmer des Projekts sind das Universitätsklinikum Erlangen, die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, der Medical Valley EMN e.V., die Siemens Healthcare GmbH, das Universitätsklinikum Würzburg sowie das Universitätsklinikum Regensburg. Daneben finden Kooperationen mit Dritten statt (Novartis Pharma GmbH) oder sind im Projektverlauf angedacht (z.B. mit der Bayerischen Krebsgesellschaft oder den Krankenkassen). „digiOnko“ hat eine geplante Laufzeit von fünf Jahren von Oktober 2020 bis September 2025.

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Imagefilm „DigiOnko“

Damit digitale Gesundheitslösungen in der Praxis erlebbar werden.

Projekt „Themeninsel E-Health“ in den BayernLabs

Die BayernLabs sind öffentlich zugängliche Zentren für digitale Innovationen. Mit der „Themeninsel E-Health“ können Besucherinnen und Besucher dort auch zahlreiche Facetten der digitalen Gesundheitsversorgung erleben. Entwickelt vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) stellt die Ausstellung grundlegende Strukturen sowie Entwicklungen der Digitalisierung im Gesundheitswesen vor. Außerdem werden exemplarisch potentielle Einsatzbereiche oder bereits verfügbare, erschwingliche Anwendungen aufgezeigt.

Ziel der Themeninsel ist es, Besucherinnen und Besuchern eine verständliche Einführung in die Thematik zur eigenen Meinungsbildung zu bieten. Um das Interesse zu wecken, informiert eine interaktive Präsentation über relevante Aspekte wie Telemedizin, Gesundheitsdaten, Robotik oder die elektronische Patientenakte (ePA). Um den praktischen Nutzen nicht nur abstrakt darzustellen, geben Exponate „zum Anfassen“ Beispiele für den Einsatz von E-Health im Alltag:

Ein programmierbarer Tablettenspender, ein sensorbasiertes Glukosemessgerät sowie ein Tablet mit ausgewählten Gesundheitsapplikationen (Apps) veranschaulichen mögliche digitale Unterstützungsangebote. Ebenso werden mit dem HomeCare-Roboter Temi sowie der MemoreBox als therapeutische Spielekonsole weitere Ansätze spielerisch demonstriert.

Die Themeninsel wurde im August 2021 eröffnet und ist seitdem zeitweise an den verschiedenen Standorten der BayernLabs zu sehen. Die BayernLabs als Initiative des Bayerischen Staatsministeriums der Finanzen und für Heimat (StMFH) sollen der interessierten Bevölkerung technische Anwendungen praktisch präsentieren. Aktuelle Anwendungen werden dabei für die Besucherinnen und Besucher erlebbar (bspw. Drohnen oder 3D-Druck). Die Einrichtungen richten sich gezielt an die breite Öffentlichkeit und sollen einen ersten Einblick in die Möglichkeiten digitaler Anwendungen vermitteln.

Stethoskop auf einem Tisch
Damit die Ausbildung der Medizinischen Fachangestellten (MFA) moderner und digitaler wird.

Modellprojekt „DigiMFA“

Modellprojekt für die Reformierung der Ausbildung der Medizinischen Fachangestellten – „DigiMFA“

Das Modellprojekt für die Reformierung der Ausbildung der Medizinischen Fachangestellten („DigiMFA“) hat sich zum Ziel gesetzt, wissenschaftlich zu untersuchen, welche Bedarfe und Anforderungen an eine zeitgemäße Ausbildung zum/zur medizinischen Fachangestellten (MFA) in einer von der digitalen Transformation bestimmten Arbeitswelt bestehen.

In dem Modellprojekt „DigiMFA“, das von Frau Professorin Eveline Wittmann von der Technischen Universität München (TUM) geleitet wird, soll eine digitale Musterpraxis erprobt und wissenschaftlich evaluiert werden. Hierzu wird das Digitallabor der TUM (TUM DigiLLab), in dem die TUM auch Lehrkräfte ausbildet, verwendet. Das Digitallabor simuliert dabei die Arbeitsumgebung in einer Arztpraxis. Anhand digitaler Lernsituationen, die die Auszubildenden in der digitalen Musterpraxis erleben, soll untersucht werden, ob ein Beitrag zur Verbesserung der digitalen Grundkompetenzen in der Ausbildung von MFA geleistet werden kann.

Mithilfe der digitalen Lernsituationen soll zum einen der Nutzen der Digitalisierung für medizinische Versorgungsprozesse deutlich gemacht werden. Es soll aber auch vermittelt werden, welche Konsequenzen Fehler im Umgang mit Daten von Patientinnen und Patienten haben, wie etwa fehlerhafte Eingaben oder mangelhafter Datenschutz. Realsimulationen wie die digitale Musterpraxis bieten gerade dafür besondere Chancen, weil diese Folgen in der alltäglichen Versorgungspraxis oft nicht dargestellt oder, wie die Folgen mangelnden Datenschutzes, oft gar nicht erfahren werden können.

Das Projekt wird vom 1. Dezember 2023 bis zum 31. Dezember 2024 durchgeführt. Die Kassenärztliche Vereinigung Bayern (KVB) steht dem Projekt beratend zur Seite.

Damit radiologische Befunde mithilfe von KI verbessert werden können.

Projekt „BORN“

Das Bayernweite-Onkologische-Radiologie-Netzwerk (kurz: „BORN“) ist ein bayerisches Leuchtturmprojekt mit dem Ziel der Erzeugung einer umfassenden Datengrundlage, um bildbasierte Biomarker entwickeln und maschinelle Lernverfahren für Künstliche Intelligenz (KI) schaffen zu können. Hierzu werden onkologische Gesundheitsdaten standardisiert, strukturiert und prozessorientiert erhoben und ausgewertet. Langfristig sollen hiervon viele Krebspatientinnen und -patienten in Bayern profitieren können.

BORN wurde 2022 gestartet und die erste Phase soll Ende 2023 abgeschlossen sein. Während des Projektes erarbeiten die sechs bayerischen Universitätskliniken (Augsburg, Erlangen, Regensburg, Würzburg und die zwei Standorte in München) gemeinsam mit der Firma Brainlab/Mint standardisierte Befundberichte in der onkologischen Bildgebung für vorerst sechs Tumorarten. Besonderes Augenmerk wird bei diesem Projekt auf die datenschutzrechtlichen Aspekte bei der Nutzung von Gesundheitsdaten im Kontext außeruniversitärer Forschung gelegt.

BORN soll auf Strukturen in der universitären Radiologie (RACOON) aufbauen, die sich während der COVID-19-Pandemie etabliert haben und ergänzt das Bayerische Zentrum für Krebsforschung (BZKF) um eine vernetzende Komponente.

Damit Menschen mit Depression mittels digitaler Medizin besser unterstützt werden können.

Projekt „digiBRAVE“

Bild mit der Wort-Bildmarke des Projekts digiBrave Bayern

Die Bayerische Staatsregierung fördert das Pilotprojekt digiBRAVE (digitales BayeRisches (früh)diAgnostik, präVention- und thErapieprogramm Depression), mit dem Ziel, die Gesundheitsförderung bei Menschen mit Depressionen zu verbessern und die Krankheitslast zu reduzieren. Im Fokus stehen dabei Depressionen, die im Zuge von somatischen (körperlichen) Grunderkrankungen auftreten. Das Projekt beinhaltet die gezielte Konzeptionierung, die interprofessionelle Durchführung sowie die Evaluation von unterschiedlichen Maßnahmen sowie digitalen Angeboten, welche abhängig von Ausprägung und Schweregrad der depressiven Entwicklung sowie individuellen Vorlieben durch Patientinnen und Patienten wahrgenommen werden können.

DigiBRAVE setzt damit beim aktuell noch vorhandenen Defizit an, das bei Erhebungen sowie Konzeptionen unter Anwendung von Methoden der digitalen Medizin zur Vorhersage, Diagnostik, Prävention und Therapie von Depressionen bei Menschen mit einer schweren somatischen Erkrankung und zur Individualprädiktion der Entstehung depressiver Erkrankung besteht. Weiterhin werden die Möglichkeiten der digitalen Medizin zur gestuften Behandlung depressiver Erkrankungen noch unzureichend genutzt.

Elementar bei digiBRAVE ist deshalb eine interdisziplinäre Durchführung. Daher arbeiten Fächer der digitalen Medizin, Psychiatrie und Psychotherapie, Neurologie, Ethik, Allgemeinmedizin sowie Epidemiologie an der Universität Augsburg eng zusammen, sodass ein multiprofessionelles Hilfenetz implementiert und künftig auf ganz Bayern ausgeweitet werden kann.

Geplante Laufzeit: 1. September 2023 bis 28 April 2025 (18 Monate)

Wissenschaftliche Leitung: Universitätsklinikum Augsburg

Projektkoordinator: Universitätsklinikum Augsburg

Fördernehmer: Lehrstühle für digitale Medizin, Psychiatrie und Psychotherapie, Neurologie, Ethik, Allgemeinmedizin sowie Epidemiologie der medizinischen Fakultät der Universität Augsburg

Damit medizinische Ressourcen digital optimiert genutzt werden können.

Projekt „TeleCovid“

Darstellung des Coronavirus

Die Corona-Pandemie hat es uns schmerzhaft vor Augen geführt: Es kommt im Ernstfall auf jedes verfügbare Krankenhausbett an. Beim COVID-19-Management war und ist es eine besondere Herausforderung, eine Krankenhauseinweisung so früh wie möglich, jedoch nur, wenn unbedingt nötig, zu erwirken. Dabei ist der Allgemeinzustand der Patienten bei Aufnahme in die Klinik entscheidend. Die Lösung zu einer verbesserten Auslastung medizinischer Ressourcen kann daher in der ambulanten, telemedizinischen Überwachung von Patienten mit nachgewiesener COVID-19 Infektion liegen, die Risikofaktoren für einen schweren Verlauf aufweisen.

Ein Konsortium, angeführt von Wissenschaftlern aus dem Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München, will untersuchen, wie durch kontinuierliches Monitoring die Klinikauslastung gezielt gesteuert werden kann. So soll erreicht werden, dass nur solche Patienten in die Krankenhäuser aufgenommen werden, die wirklich eine stationäre Behandlung benötigen. Zum Einsatz sollen dabei spezielle Sensoren kommen, die Vitalparameter der Patienten messen und an die Klinik übermitteln. Damit gelingt es den Wissenschaftlern auch neue Erkenntnisse über Hinweise zu sammeln, die zu einem schweren Verlauf einer COVID-19 Infektion führen können. Das Potenzial ambulanter, telemedizinischer Überwachung von Patienten für ein solides, zukunftsfähiges und verlässliches Ressourcenmanagement für Kliniken reicht aber über das Fallbeispiel COVID-19 noch weit hinaus und schafft die Grundlage für ein resilientes Gesundheitssystem bei künftigen Infektionskrankheiten.

Das Forschungsprojekt TeleCovid wird vom 1. Oktober 2022 bis zum 30. September 2023 durchgeführt.

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Imagefilm „TeleCovid“

Damit Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen sowie Pflegekräfte noch mehr von der Digitalisierung und Videosprechstunden profitieren können.

Projekt „DocOnLine“

In dem Pilotprojekt „DocOnLine“ sollen nun auch erstmals Pflegeheime an den ärztlichen Bereitschaftsdienst (BSD) der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) angebunden werden. In voraussichtlich fünf teilnehmenden Pflegeeinrichtungen in ganz Bayern wird im Zeitraum von 1. März 2024 bis 28. Februar 2026 anhand eines zuvor mit den Beteiligten abgestimmten Zeit-, Umsetzungs- und Maßnahmenplans ein ergänzendes und entlastendes Versorgungsangebot in stationären Pflegeeinrichtungen etabliert und erprobt.

Dazu hat die KVB die digitale Plattform „DocOnLine“ etabliert, welche die Versicherten je nach Symptomen und Versorgungsdringlichkeit in die richtige Versorgungsebene steuert und u.a. die Videosprechstunde und weitere ergänzende telemedizinische Services innerhalb und v.a. außerhalb der Praxisöffnungszeiten (BSD) anbietet. Durch das telemedizinische Angebot der Videosprechstunde können Patientinnen und Patienten in Pflegeheimen mit einem Arzt oder Ärztin sprechen, ohne ihren Aufenthaltsort verlassen zu müssen.

Das Projekt verfolgt dabei drei wesentliche Ziele:

  • Die Versorgungslage von Bewohnerinnen und Bewohnern der teilnehmenden Pflegeeinrichtungen soll hinsichtlich deren Lebensqualität und deren Lebensbedingungen (u.a. durch Erleichterung mithilfe digitaler medizinischer Abklärung, Stärkung der Gesundheitskompetenz durch barrierefreien Zugang zur medizinischen Versorgung) verbessert werden.
  • Gerade auch außerhalb der regulären Praxisöffnungszeiten sollen Pflegekräfte durch die Möglichkeit einer niederschwelligen medizinischen Abklärung unterstützt werden.
  • Dadurch soll es zu einer Entlastung der Krankenhäuser (v.a. Notaufnahmen), der Haus- und Fachärzte sowie Bereitschaftspraxen kommen.

Digitalisierungsprojekte im Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD)

Auch im Öffentlichen Gesundheitsdienst sind viele digitale Projekte in Planung oder befinden sich bereits in der Umsetzung. Dabei werden zum einen Projekte für die vereinfachte Kommunikation zwischen Bürgerinnen und Bürgern und der Verwaltung realisiert. Und zum anderen wird an digitalen Services für behördenübergreifende Kommunikation und Verwaltungstätigkeiten gearbeitet.

Wir stellen an dieser Stelle ein paar Projekte aus dem Verantwortungsbereich des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) im Kontakt mit den Bürgerinnen und Bürgern vor.

Die Projekte des öffentlichen Gesundheitsdienstes werden finanziert von der Europäischen Union – NextGenerationEU.

Im Rahmen des Onlinezugangsgesetzes (OZG) hat das Land Niedersachsen für etwa 60 verschiedene Verwaltungsleistungen aus dem Gesundheitsbereich digitale Anwendungen entwickelt. Durch die Projektförderung des Pakts für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) werden einige dieser Anwendungen auch in Bayern umgesetzt. Dazu gehören die OZG-Leistungen „Digitale Infektionsschutzbelehrung gemäß § 43 IfSG“ und „Anzeige von Wasserversorgungsanlagen und Nichttrinkwasseranlagen“. Der Anwendungsbeginn der beiden Leistungen befindet sich aktuell in der Erarbeitung. Immer mehr Bayerische Gesundheitsämter bieten diese Leistungen online über das Bayernportal an.

Die Gesundheitsbehörden kommunizieren regelmäßig mit Bürgerinnen und Bürgern sowie verschiedenen Einrichtungen darunter Arztpraxen, Kliniken, Schulen, Kindergärten und anderen Gesundheitsbehörden. Häufig erfolgt der Austausch per Telefon, E-Mail, Post oder persönlich vor Ort. Informationen, die auf diese Weise übermittelt werden, können in der Regel nicht ohne Medienbrüche von den Gesundheitsbehörden in ihre digitalen Systeme überführt und weiterverarbeitet werden.

Das ÖGD-Bürgerportal soll für verschiedene relevante Anwendungsfälle einen strukturierten digitalen und damit medien­bruchfreien Kommunikationskanal schaffen, der einfach nutzbar, datenschutzkonform und IT-sicher gestaltet ist. Auch der Arbeitsaufwand soll dadurch reduziert, der Informationsfluss beschleunigt und Daten besser auswertbar gemacht werden. Mit der Umsetzung erster Anwendungsfälle wird Ende 2024 gerechnet.

Derzeit nutzen die Gesundheitsämter in Bayern zur Erfassung der Daten aus den Schuleingangsuntersuchungen verschiedene Software-Lösungen. Ziel des Projektes ist es, eine einheitliche webbasierte Software-Lösung für die reformierte Schuleingangsuntersuchung zu entwickeln und zu nutzen. Dadurch wird die Datenerhebung vereinheitlicht und die Datenqualität deutlich verbessert. Durch die optimierte digitale Erfassung liegen zudem die Ergebnisse der Schuleingangsuntersuchungen schneller vor.

Hier finden Sie einen Überblick zu den geplanten Services, die die internen Behördenabläufen verbessern.

Nach dem sogenannten Reifegradmodell verfügt künftig jede Gesundheitsbehörde über eine Digitalisierungsstrategie. Auf dieser Basis werden weitere Digitalisierungsmaßnahmen in der Gesundheitsbehörde umgesetzt. Die bayerische Rahmenstrategie für die Digitalisierung des ÖGD steckt dafür einen Rahmen ab, indem sie ein Zielbild für die Digitalisierung im ÖGD definiert. Die bayerische Rahmenstrategie dient dabei als Leitfaden bei der Festlegung einer eigenen Digitalisierungsstrategie.

Die 2023 veröffentlichte Rahmenstrategie Digitalisierung für den Öffentlichen Gesundheitsdienst nimmt eine Vorreiterrolle ein – sowohl mit Blick auf die bayerischen Maßnahmen als auch bundesweit – und wurde im März 2025 aktualisiert.

In den Gesundheitsbehörden fallen unterschiedliche Geschäftsgänge an, die von den Gesundheitsbehörden im Rahmen der geltenden Vorgaben abgewickelt werden. Oftmals unterscheiden sich die hierfür in den jeweiligen Gesundheitsbehörden angewandten Abläufe oder Prozesse. Einige Prozesse liegen dabei bereits vollständig digitalisiert und ohne Medienbrüche vor. Einzelne Vorgänge erfolgen jedoch noch vollständig papiergebunden.

Dabei gibt es in vielen Fällen Verbesserungsmöglichkeiten, mit denen sich die Prozesse effektiver und effizienter durchführen lassen. Auf Basis der von den Gesundheitsbehörden durchgeführten Erhebungen werden Muster für effiziente digitale Prozesse für die bayerischen Behörden erarbeitet. Ziel ist es darzustellen, welche Schritte sich mit welcher digitalen Unterstützung effizienter gestalten lassen.

Die Nutzung digitaler Technologien in den Gesundheitsbehörden erfordert Fachkenntnisse und das Verwenden von Fachanwendungen. Dazu bedarf es aktuelles Wissen im Umgang mit IT-Sicherheitsrisiken, zu Datenschutzfragen oder zur qualifizierten Rückmeldung von Verbesserungsvorschlägen im IT-Bereich. In diesem Bereich ist in den verschiedenen Gesundheitsämtern umfassende Sachkunde vorhanden. Ziel des Projektes ist eine flächendeckende Fachkenntnis in allen Gesundheitsbehörden herzustellen.

Aus diesem Grund wird den Mitarbeitenden anhand eines Fortbildungskataloges umfassende Schulungen zu Digitalisierungsthemen angeboten. Das Personal soll so für Fragen der Digitalisierung sensibilisiert und ihnen auf ihren jeweiligen Tätigkeitsbereich abgestimmte IT-Kenntnisse und Fertigkeiten vermittelt beziehungsweise vertieft werden.

Für einen optimal funktionierenden Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) ist ein enger Austausch der verschiedenen Gesundheitsbehörden sowie zwischen den Mitarbeitenden von großer Bedeutung. Dies betrifft beispielsweise den Informationsfluss zwischen unterschiedlichen Behördenebenen aber auch den kollegialen Austausch zu bestimmten Problemstellungen. Bisher findet dieser Austausch zum Beispiel per E-Mail oder Telefon statt, was die Übermittlung, Verfügbarkeit und Auffindbarkeit von Informationen einschränkt. Aus diesem Anlass wird das bestehende ÖGD-Handbuch schrittweise hin zu einer kollaborativen Plattform weiterentwickelt. Gerade während der COVID-19-Pandemie hat sich gezeigt, dass bei sich schnell ändernden Regeln ein erhöhter Informations-und Austauschbedarf besteht.

In dem Vorhaben sollen die Daten für verschiedene, oft papiergebundene interne Berichte des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) zum Infektionsgeschehen bestimmter meldepflichtiger Erkrankungen wie zum Beispiel COVID-19, deren Daten zum Teil aus externen Quellen gewonnen werden, in einem Dashboard zusammengeführt werden. Dadurch sollen die Daten aktueller und schneller greifbar sowie im Zeitverlauf besser vergleichbar gemacht werden.

Nach einer erfolgreichen internen Implementierung wird das Dashboard auch den anderen bayerischen Gesundheitsbehörden zur Verfügung gestellt. Die Steuerung erfolgt dann über die Zuweisung verschiedener Nutzungsrechte.

Bisher nutzen die bayerischen Gesundheitsämter keine landesweit einheitliche Software für den Aufgabenbereich Wasserhygiene. Um künftig effizienter zu agieren, wird in Kooperation mit Thüringen eine Wasser-Fachanwendung entwickelt, die Geschäftsprozesse im Vollzug der Überwachung von Trinkwasser, Schwimm- und Badebeckenwasser und Schwimm- und Badeteichwasser sowie Badegewässer nach den Vorgaben des Infektionsschutzgesetzes und der Trinkwasserverordnung einheitlich digital unterstützt. Es soll erreicht werden, dass die Daten einfacher, übersichtlicher und qualitätsgesichert ausgewertet werden können. Dabei sollen die eingegangenen digitalen Befunde automatisch auf Plausibilität und Vollständigkeit überprüft werden. Bei Abweichungen werden die erforderlichen Vorgänge eingeleitet und dokumentiert. Die Erstellung des jährlichen Trinkwasserberichtes wird durchgehend digitalisiert.

Betreiber von Wasserversorgungsanlagen, vor allem der öffentlichen Wasserversorgung, haben regelmäßig Untersuchungen des Trinkwassers durchzuführen oder durchführen zu lassen und die Ergebnisse dem zuständigen Gesundheitsamt zu übermitteln. Dafür ist zunächst die Probenahmeplanung zwischen Betreiber, Gesundheitsamt und Labor abzustimmen und als digitaler Prozess zu integrieren. Die Übermittlung der Befunde zwischen Labor beziehungsweise dem Betreiber und dem Gesundheitsamt findet in Bayern bisher über den SEBAM-Standard statt, der einer Überarbeitung bedarf. In Kooperation mit weiteren Bundesländern soll unter bayerischer Federführung eine bundesweite Harmonisierung erreicht und eine gemeinsame Datenaustauschplattform mit Benutzeroberfläche für die relevanten Akteure im Bereich Trinkwasserhygiene (Betreiber, Behörden, Labore) geschaffen werden. Die Datenaustauschplattform soll dabei formale Plausibilitätsprüfungen der Schnittstellendateien übernehmen und die sichere Übermittlung vom Absender an alle definierten Empfänger gewährleisten.

Flagge der Europäischen Union mit Schriftzug: Finanziert von der EU - next generation EU
Damit Bayern bei TI und Telemedizin Vorreiter ist.

Zentrum für Telemedizin e.V. (ZTM e.V.)

Das ab 2010 geförderte Zentrum für Telemedizin e.V. (ZTM e.V.) hat es sich zur Aufgabe gemacht, Telemedizin sowie die Digitalisierung im Gesundheitswesen im Interesse der Bürgerinnen und Bürger weiter auszubauen und zu etablieren. Der ZTM e.V. wird vom Staatsministerium für Gesundheit und Pflege institutionell gefördert. Insbesondere widmet sich der ZTM e.V. mit unterschiedlichen Veranstaltungsformaten der Begleitung des Rollouts der Telematikinfrastruktur (TI) und hat in der Vergangenheit verschiedene Telemedizin-Projekte vorangetrieben. Damit wird ein wesentlicher Beitrag zur Verbesserung und Aufrechterhaltung der Gesundheitsversorgung auch in Zukunft sichergestellt.

Logo des Zentrums für Telemedizin Bad Kissingen

Weiterführende Informationen

Ein Überblick über das bundesweite Forum elektronische Patientenakten (ePA-Forum) und weitere Veranstaltungen finden Sie hier:

Schreibtisch mit Block und Stethoskop, im Hintergrund ein Laptop an dem ein Arzt arbeitet.

Telemedizin Bayern

Weitere Informationen zu den Themen Telemedizin und Digitalisierung im Krankenhaus finden Sie hier auf unserer Webseite.

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Thema Datensicherheit

Die digitale Vernetzung bringt weitreichende Möglichkeiten für Gesundheit und Pflege. Klar ist aber auch: Wer die Vorteile digitaler Anwendungen nutzt, gibt personenbezogene Daten von sich preis. Entscheidend ist deshalb, dass Digitalisierung und der Schutz personenbezogener Daten Hand in Hand gehen. Gerade sensible Daten zur Gesundheit des Einzelnen müssen wirksam vor unberechtigten Zugriffen geschützt werden. Ziel des Freistaats Bayern ist es deshalb, die Vernetzung von Gesundheitsdaten verantwortungsbewusst mitzugestalten. Aus diesem Grund fördert das bayerische Gesundheitsministerium ausschließlich Projekte, bei denen die Fördernehmer selbst nachweisen, dass sie die datenschutzrechtlichen Anforderungen erfüllen.