Psychische Gesundheit ist Lebensqualität
Die psychische Gesundheit ist für Lebensqualität und Wohlbefinden ebenso bedeutsam wie die körperliche Gesundheit. Es lohnt sich deshalb, etwas für die psychische Gesundheit zu tun.
Die Tabuisierung psychischer Störungen hat in den letzten Jahren abgenommen. Das ist erfreulich. Dennoch ist der Umgang mit psychischen Störungen für Betroffene und die Gesellschaft nach wie vor mit Ängsten, Scham und Abwehr verbunden. Das verzögert häufig eine adäquate und rechtzeitige Inanspruchnahme professioneller Hilfe.
Psychische Erkrankungen stellen das Versorgungssystem vor große Herausforderungen. Etwa 15 Prozent des Krankenstandes sind auf psychische Störungen zurückzuführen. Bei den krankheitsbedingten Frühberentungen stehen psychische Störungen noch vor den Muskel- und Skeletterkrankungen an erster Stelle. Auch in der ambulanten Versorgung gewinnen psychische Störungen an Bedeutung. Depressionen stellen dabei eine der häufigsten Diagnosen dar.
Es ist deshalb eine der bedeutendsten gesundheitspolitischen Herausforderungen, psychischen Störungen vorzubeugen. Dabei ist es wichtig, psychische Probleme frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.
Wie in allen anderen medizinischen Bereichen müssen Präventionsmaßnahmen möglichst bereits im frühen Kindesalter ansetzen. Ziel ist es, die Kinder stark zu machen, damit sie den Herausforderungen des Lebens gewachsen sind. Aber auch im späteren Lebensalter können Erwachsene auf Krisensituationen vorbereitet werden, persönliche Schutzfaktoren entwickeln und ausbauen, um besondere Belastungen oder einschneidende Lebensveränderungen besser bewältigen zu können.

Einsamkeit verhindern – bevor sie auf Dauer krank macht.
Viele Menschen fühlen sich einsam, ganz unabhängig von Alter und Geschlecht. Das kann traurig machen und belasten. Einsamkeit kann aber auch zu ernsthaften psychischen und körperlichen Erkrankungen führen. Das Bayerische Gesundheitsministerium legt deshalb einen Präventionsschwerpunkt auf „Licht an. Damit Einsamkeit nicht krank macht.“ und zeigt Möglichkeiten zur Prävention und gegen Einsamkeit auf. Denn viele Wege führen aus der Einsamkeit.
Psychische Gesundheit in Bayern – Zweiter bayerischer Psychiatriebericht
Ziel der Psychiatrieberichterstattung ist eine umfassende transparente Darstellung der Situation und das Aufzeigen von Veränderungsbedarfen der psychiatrischen, psychotherapeutischen, psychosomatischen und psychosozialen Versorgung in Bayern.
Der zweite bayerische Psychiatriebericht bietet einen umfassenden Überblick über die psychische Gesundheit in Bayern. Er beleuchtet aktuelle Daten zu Häufigkeit, Ursachen und Auswirkungen psychischer Erkrankungen und analysiert Versorgungsstrukturen sowie Präventionsmaßnahmen.
Besondere Schwerpunkte liegen auf der Versorgung von Kindern, Erwachsenen und älteren Menschen, der Bedeutung sozialer Faktoren sowie der Notfall- und Krisenintervention. Der Bericht dient als wertvolle Informationsquelle für Fachkräfte, Betroffene und Interessierte und trägt zur Weiterentwicklung der psychiatrischen Versorgung in Bayern bei.

Krisendienste Bayern – Hilfe in psychischen Krisen
Krisen gehören zum Leben dazu und können jeden treffen. Eine Trennung, der Tod eines Angehörigen, der Verlust des Arbeitsplatzes oder eine schwere Krankheit – all das kann eine Krise auslösen und so belastend werden, dass sie nicht mehr allein, mit Hilfe der Familie oder im Freundeskreis zu bewältigen ist. Auch chronisch psychisch erkrankte Menschen können immer wieder in krisenhafte Situationen geraten, in denen sie qualifizierte Hilfe benötigen. Das kann Betroffene und ihr soziales Umfeld vor große Herausforderungen stellen. Wo bekomme ich Hilfe, um aus diesem Zustand herauszufinden? Was kann ich tun, um beispielsweise meinem Partner, meiner Mutter, meinem Sohn oder meiner Kollegin zu helfen?
Auf diese Fragen bekommen Menschen in psychischen Krisen sowie deren Angehörige bei den Krisendiensten Bayern Antworten. Seit dem 1. März 2021 steht das psychosoziale Beratungs- und Hilfeangebot unter der kostenlosen Rufnummer 0800 655 3000 allen Bürgerinnen und Bürgern Bayerns zur Verfügung und seit dem 1. Juli 2021 sind die Krisendienste sogar rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr erreichbar. Vorrangiges Ziel ist es, Menschen in Krisen zu unterstützen und mit ihnen gemeinsam nach einem Ausweg aus dieser Situation zu suchen – eine Art „Erste Hilfe in seelischen Notlagen“.

Krisendienste Bayern- Hilfe bei psychischen Krisen
Unabhängige psychiatrische Beschwerdestellen (upB)
Menschen mit psychischen Erkrankungen finden oft aufgrund ihrer Erkrankung erschwert Zugang zu etablierten Beschwerdesystemen und zu den Beschwerdeverfahren der psychiatrischen Kliniken, Einrichtungen und Dienste. Daher fördert das Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention die bayernweit flächendeckende Einrichtung von upB, die den Betroffenen leicht erreichbar, kostenlos und auf Wunsch anonym ein offenes Ohr für ihre Anliegen bieten.
Übersicht über die aktuellen upB
Name upB | Anschrift upB | Telefon-Nr. | E-Mail-Adresse |
---|---|---|---|
upB Obermain | Oberlinderstraße 2 96465 Neustadt | 0176 55055674 | m.heland-graef@upb-oberfranken.de |
upB Einspruch | Pleicherschulgasse 3 97070 Würzburg | 0931 30 44 63 90 | info@upbwuerzburg.de |
upB Hochfranken | Berliner Platz 3 95030 Hof | 0170 7609215 | upb-hochfranken@aufwind-hochfranken.de |
upB Hoffnungsanker | Breslauer Straße 2 92224 Amberg | 0151 50189581 oder 0151 15402660 | |
upB Augsburg | Blücherstraße 145 86165 Augsburg | 0155 66 28 55 67 | info@upb-augsburg.de |
upB Oberbayern Ost | Marktler Straße 29 84489 Burghausen | 0177 4570626 | upb-oo@t-online.de |
upB Oberbayern Südost | Marktler Straße 29 84489 Burghausen | 0177 5464893 | upb-oso@t-online.de |
upB Oberpfalz Süd | Wollwirkergasse 4 93047 Regensburg | 0941 50479777 | info@irren-ist-menschlich-ev.de |
1:1 Anlaufstelle Offenes Ohr | Mühlsteingasse 10 94315 Straubing | 09421 9899436 | info@upb-niederbayern.de |
Unabhängige Beschwerdestelle Psychiatrie München | Thalkirchener Straße 10 80337 München | 089 51919596 | ubpm@outlook.de |
upB Kompass | Lindwurmstraße 129 e 80337 München | Allgemeine Beratung: 089 50006365 Frauenberatung: 089 44133106 | Allgemein: kompass@netz-m.de Frauenberatung: frauen@netz-m.de |
Gesundheitsförderung im Betrieb
Gerade die betriebliche Gesundheitsförderung mit Blick auf das seelische Wohlbefinden der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter trägt wesentlich zu einem guten Betriebsklima bei. Sie ist eine wichtige Investition in die Vitalität und Leistungsfähigkeit des gesamten Betriebes.
Interessante Projekte
Hilfe in seelischer Not – Psychische Gesundheit für Jung und Alt (HSN-Age)
In einem vom StMGP geförderten Projekt an der Universität Regensburg werden Ersthelfer-Schulungen für psychische Notsituationen entwickelt und evaluiert. Ein Ziel der Kurse ist es, den Teilnehmern effektive und einfache Handlungsstrategien zur Linderung akuter psychischer Belastung im Umfeld der Kursteilnehmer zu vermitteln. Zielgruppe der Ersthelfer-Schulungen sind jüngere Menschen unter 18 Jahren sowie ältere Menschen über 60 Jahre.
Projekt Icebreaker
Eine Depression kann viele Gesichter haben und wird oftmals erst spät erkannt. Eine Woche lang beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Projekts „Icebreaker“ mit den Formen von Depressionen und setzen sich mit den Sorgen von Betroffenen auseinander.
Praxis Mensch: Depressionen – Gemeinsam zurück ins Leben
Bei 1,2 Millionen betroffenen Menschen in Bayern sollten Depressionen kein Tabuthema mehr sein. Einen Beitrag zu mehr Aufklärung bietet die Sendung Praxis Mensch in der Depressionen aus Sicht einer Betroffenen dargestellt und Tipps gegeben werden, wie und wo konkret Hilfe zu finden ist.
Flight and Trauma
Das Max-Planck-Institut für Psychiatrie hat zwei Filme erstellt, um über körperliche und psychische Symptome nach Flucht und Migration aufzuklären. Diese liegen nun auch mit ukrainischen Untertiteln vor.
ReMIND-Workshop
Der ReMIND-Workshop der vom Freistaat geförderten Mansour-Initiative für Demokratieförderung und Extremismusprävention – kurz: MIND prevention – richtet sich an psychologisch beratende Fachkräfte. Ziel ist es die Teilnehmenden mit psychologischem und lebensweltlichen Know-how von Migrantinnen und Migranten zu sensibilisieren und zur Selbstreflexion der eigenen Haltungen zu ermutigen, um authentisch und mit den notwendigen Werkzeugen auf die Bedürfnisse von Klientinnen und Klienten einzugehen und diese in ihrer Mündigkeit stärken zu können.
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Bitte stör mich! – Aktiv gegen Depression
Depressionen sind für Betroffene und ihre Angehörigen eine schwere Belastung. Bitte stör mich! – Aktiv gegen Depression lautet daher unsere Kampagne.